Schachmiezen besiegen den FC Bayern München

Schachmiezen besiegen den FC Bayern München

Am heutigen Dienstag vor genau 30 Jahren stiegen die Vogtländerinnen durch ein 3:3 gegen den SV Görlitz 1990 in die 1. Bundesliga auf. Damals dachte keiner, dass sie einmal zum Bundesliga-Dino mutieren! Dieser musste sich am Wochenende nach vielen Saisons ohne Sorgen mal wieder im Abstiegskampf bewähren. Aber dies scheinen die Rodewischerinnen nicht verlernt zu haben. Alle Mannschaften hatten am Wochenende durch zahlreiche, terminlich sich überschneidende internationale Wettkämpfe ihre Sorgen, schlagkräftige Teams an den Start zu bringen. Trotzdem hieß es für die Schachmiezen am Samstag, den Kampf gegen den Tabellennachbarn FC Bayern München zu gewinnen. Es entwickelte sich ein spannender Wettkampf, den die Schachmiezen am Ende sicher mit 4,5:1,5 gewannen. Hana Kubikova remisierte am Brett 6 in einer ausgeglichenen Stellung, Regina Theissl-Pokorna (Brett 3) überspielte ihre Gegnerin nach 2 ½ Stunden. Auf den anderen vier Brettern ging es spannender zu. Natalie Kanakovas Gegnerin am Brett 5 opferte einem Läufer für drei Bauern, aber die Rodewischerin verwertete ihren Vorteil zur 2,5:0,5-Führung. Am Spitzenbrett eroberte Fiona Sieber zwei Bauern und konnte die Führung ausbauen. Am Brett von Martina Korenova (Brett 4) ging es munter zu, die Partie endete Remis. Auch Alicja Sliwicka (Brett 2) rettete sich ins Remis, stand aber zwischenzeitlich mehrfach sehr verdächtig. Mit diesem Sieg konnten sich die Schachmiezen etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen.
Am Sonntag ging es gegen den Tabellenführer SK Schwäbisch Hall nur darum, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen. Die Rodewischerinnen waren im Schnitt mehr als 200 ELO-Punkte schwächer besetzt - das sind im Schach Welten. Aber die Schachmiezen waren endlich in der Saison angekommen und boten dem hohen Favoriten einen großartigen, fünfstündigen Kampf. Regina Theissl-Pokorna konnte frühzeitig in ausgeglichener Stellung remisieren. Dafür wurde Martina Korenova überspielt, alles schien für Hall zu laufen. Das nächste sichere Remis steuerte Natalia Kanakova bei - 1:2. Und die drei noch laufenden Partien standen für die Schachmiezen nicht schlechter - im Gegenteil, Alicja Sliwicka stand klar besser. Fünf Stunden trotzten die Vogtländerinnen dem Favoriten, ehe sich die Stärke der beiden Haller Spitzenbretter durchsetzte. Ein weiteres Remis sicherte Hana Kubikova, sodass der Favorit mit einigen Mühen nur zu einem 4,5:1,5-Sieg kam.
Noch drei Runden sind zu absolvieren. Vorn streiten sich Schwäbisch Hall, Deizisau und Baden-Baden um den Titel. Bad Königshofen kann noch Dritter werden. Der Rest, acht Mannschaften, kämpft gegen den Abstieg. Medizin Erfurt (1:15 Punkte) wird nicht mehr zu retten sein, dies gilt auch für den FC Bayern München (4:12). Dieser verschenkte den Mannschaftssieg über Allianz Leipzig und spielt noch gegen die topp Drei. Der Hemer SV (3:13) kann es noch schaffen, muss dann aber seine Spiele gegen Solingen (7:9), Erfurt und Bad Königshofen gewinnen. Um sicher zu gehen, müssen die Schachmiezen noch zwei Punkte ergattern. Aber sie werden natürlich versuchen, mit Siegen über Allianz Leipzig, dem Hamburger SK und dem TuRa Harksheide in der Tabelle noch weiter nach oben zu klettern. Gespielt wird vom 29. April bis 1. Mai 2023 in Bad Königshofen.
In der Regionalliga verlor die Schachmiezen-Reserve beim Chemnitzer SC Aufbau mit 0,5:3,5. Nur Colette Phenn konnte ein Remis erkämpfen.

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